Aus der Main-Post vom11.05.2010
140 Autoren für 20 Geschichten
Schüler aus Mellrichstadt und Ostheim wagen ein einmaliges Experiment
Eine Geschichte geht auf Reisen – und ihre Autoren wissen anfangs weder, wie ihr Reiseweg aussieht, noch wohin dieser führt. An ein solches gemeinschaftliches Experiment wagten sich rund 140 Schüler der Grundschule (vierte Klasse), der Ignaz-Reder-Realschule (sechste Jahrgangsstufe), der Hauptschule (sechste Klasse) und des Martin-Pollich-Gymnasiums (fünfte Jahrgangsstufe) aus Mellrichstadt sowie der Dr.-Alfred-Hauser-Schule für individuelle Lernförderung in Ostheim. Und dies mit großem Erfolg.
Die Schüler feierten nun zusammen mit ihren Lehrkräften und den Schuldirektoren in der Realschulaula die Eröffnung einer Wanderausstellung mit insgesamt 20 Geschichten aus eigener Feder und damit das gelungene Ergebnis eines Gemeinschaftsunternehmens.
Angeregt durch eine Informationsveranstaltung zur zweiten unterfränkischen Lesewoche mit dem Motto „Übergänge gestalten“ hatten die Initiatorinnen, fünf Lehrerinnen aus den oben genannten Schulen, dieses bisher einmalige Schreibprojekt ins Leben gerufen. Die Idee war, nach verschiedenen Leseaktionen das Geschichtenschreiben in den Mittelpunkt zu stellen. Gleichzeitig wollte man, dem Motto „Übergänge gestalten“ folgend, gemeinsam ein schultypübergreifendes Projekt entwickeln. Dass dieses so erfolgreich realisiert werden konnte, liegt vor allem daran, dass die Lehrkräfte aller Schulen in Mellrichstadt intensiven Kontakt untereinander pflegen und schon des Öfteren zusammengearbeitet haben, wie die als Grundschullehrerin am Martin-Pollich-Gymnasium eingesetzte Mit-Initiatorin Ulrike Sterzinger bekundete.
Wie sie zur Entstehung der Geschichten erläuterte, waren den Jungen und Mädchen vor einigen Wochen zur gleichen Zeit mehrere, ganz unterschiedliche Geschichtenanfänge vorgelegt worden. In den jeweiligen Schulklassen wurden die Anfänge in Gruppenarbeit fortgesetzt, um sie dann an die nächste Schule weiterzugeben. Dort mussten sich die Kinder zunächst auf die neue Geschichte einlassen, die Handlung mit zum Teil ganz anderen Ideen weiterentwickeln, spannend abrunden und zuletzt eine passende Überschrift finden.
Schließlich gingen die Erzählungen auf die Reise nach Ostheim, wo die Schülerinnen und Schüler der Dr.-Alfred-Hauser-Schule mit viel Begeisterung und Fantasie die einzelnen Geschichten künstlerisch illustrierten und für die Gestaltung der Ausstellung unter anderem Reisekoffer bastelten.
Auf diese Weise waren insgesamt 20 Geschichten mit ganz unterschiedlichen Inhalten entstanden. Die Thematik reichte von der ergreifenden Liebesgeschichte mit dem Titel „Die Liebeserklärung in einem komischen Haus“ über die Schilderung spannender Ereignisse auf dem Dachboden, wie „Das geheimnisvolle Kochbuch“ bis hin zu unheimlichen Gruselgeschichten mit zuweilen auch komischen Momenten.
Realschulrektor Fritz Wesserle bedankte sich auch im Namen seiner Kollegen Friedrich Steigerwald (MPG), Roland Hoch (Hauptschule), Peter Schön (Grundschule) und Alois Kraus (Förderschule) bei den jungen Schriftstellern für ihr Engagement, ihre Mühen und Ideen. Sein Dank galt ebenso den Initiatorinnen Ulrike Sterzinger, Gabi Hentschel, Christine Grösch, Kerstin Frimark und Marianne Fritz, die das gemeinschaftliche Projekt so erfolgreich auf Weg gebracht und begleitet hatten.
Die Ausstellung „Eine Geschichte geht auf Reisen“ wird in der nächsten Woche noch in der Realschulaula gezeigt. Dann geht auch sie auf Reisen in alle an dem Projekt beteiligten Schulen.
